Montag, 27. November 2017

Premiere in Dresden:
Himmelhoch jauchzend!

Wie schön das war, so schön, dass ich heulen musste: Am Dresdner tjg ging letztes Wochenende die Premiere von Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch über die Bühne. Eine sehr anschauliche, überaus treffende Kritik zur Premiere hat die Sächsische Zeitung verfasst – so anschaulich, dass ich hier die Leistungen der Bühnenbildnerin, ausnahmslos aller neun Schauspieler - fast alle in Doppelrollen - und des Regisseurs Jan Gehler nicht nochmals dokumentieren muss. Aber erneut loben will ich sie: Was alle da geleistet haben, war, davon zeugte nicht zuletzt minutenlanger Applaus, ganz groß!


Besonders erwähnen möchte ich die treue Felicitas Loewe, ihres Zeichens Intendantin und, seit den Tieferschatten versierte Rico-Kürzerin. Sie hat das dicke Vomhimmelhoch hervorragend eingedampft und auf eine Weise spielbar gemacht, die noch Platz lässt für großartige Regie-Ideen: Die Chöre zum Beispiel waren die absolute Bombe (und, indem sie am Schluss Somewhere over the Rainbow anstimmten, für meine Rührungstränen verantwortlich), und wie man eine kleine Schneekugel zum Glimmen bringt, um sie dann von sieben Kindern anhimmeln zu lassen, das war, in all seiner Schlichtheit, absolut überwältigend.


Die insgesamt 42 Vorstellungen bis Weihnachten sind fast alle ausverkauft, nur noch wenige Tickets sind zu haben. Wer jetzt überlegt, überstürzt nach Dresden zu reisen, soll sich von mir nicht abhalten lassen. Aber ich denke, die Loewe-Fassung von Vomhimmelhoch könnte ein ebensolcher Erfolg werden wie ihre Bearbeitung der landauf, landab gespielten Tieferschatten. Dann gäbe es das Stück vielleicht im kommenden Jahr in einem Theater in Ihrer und eurer Nähe.

Donnerstag, 23. November 2017

Dschermeni

Am kommenden Montag gehen die ersten beiden Folgen von Dschermeni über den Sender. Für diese Kinderspielfilm-Serie (im Auftrag des ZDF) haben mein Kollege Klaus Döring und ich nicht nur die Drehbücher geschrieben, sondern den Stoff auch mit unserer eigenen Firma sad ORIGAMI koproduziert (mit der Münchener TELLUX Film und PROVOBIS). Die Dreharbeiten unter der Regie von Irina Popov fanden im letzten Sommer in und bei Berlin statt.


In einer Kleinstadt hier in Germany – oder „Dschermeni“ wie es Menschen anderer Kulturkreise gerne aussprechen –  freunden sich Moritz (Michael Sommerer) und Rüyet (Sura Demir) mit dem Syrer Yassir (Julius Göze) und der Senegalesin Aminata (Jodina Basombo) aus dem nahe gelegenen Flüchtlingsheim an. Alle Kinder sind zwischen elf und zwölf Jahren alt. Die Freundschaft der vier wird schon bald auf eine harte Probe gestellt, da Aminata von Abschiebung bedroht ist und Yassirs und ihr eigener Bruder illegalen Geschäften nachzugehen scheinen.


Unser Ziel war es, die komplexe Flüchtlingsthematik konsequent aus einer personalen kindlichen und damit oft entlarvenden Perspektive zu erzählen. Aus diesem positiven hoffnungsvollen Blickwinkel werden die großen Themen wie Flucht, Trauma, Tod eines Elternteils, Sorge um die illegal agierenden Brüder und die Angst vor Abschiebung eingefangen.


Als Ausgangspunkt für die Geschichte aller vier Figuren haben Klaus und ich uns die Frage gestellt, was einen Menschen dazu bewegt, Heimat (Haus, Eltern, Geschwister, geregelte Lebensumstände) zu verlassen, wortwörtlich "zu flüchten" in eine Ungewissheit. Das muss nicht immer ein Krieg sein. So wirft Rüyet sich für ihren Bruder in die Bresche, der ein Geheimnis hat – dafür wird sie vom Vater im Affekt geschlagen und haut deshalb ab. Moritz fühlt sich von den Eltern nicht wahrgenommen und verlässt sie.


Yassir kommt mit seiner Flüchtlingssituation nicht klar und flüchtet gleich noch eine Instanz weiter: In die Welt der Comics. Aminata schließlich ist diejenige, die am Weiterflüchten gehindert wird – weil sie so traumatisiert ist, dass sie sich wortwörtlich kaum vom Fleck bewegen kann. Das Leben, lernen unsere Helden nicht nur selbst, sondern auch von- und übereinander, macht uns nicht immer nur Geschenke. Aber den vier Kindern schenkt es Freundschaft, das Gefühl aufgehoben zu sein und – innerhalb der Handlung gleich auf mehreren Ebenen – das Wissen darum, dass es etwas gibt wie Solidarität.


An einer Stelle der Erzählung bemängelt ein Flüchtling den ausbleibenden Kontakt zu den Deutschen. Wir haben versucht, und aus gängigen Schuldzuweisungen – ihr müsst euch besser integrieren / ihr integriert uns nicht genug – herauszuhalten. An der Flüchtlingsfrage manifestieren sich vielfältige politische Haltungen von sehr links bis sehr rechts, aber man versteht die Aufgabe eines Autors miss, wenn man von ihm verlangt, zwischen richtig oder falsch, gut oder böse zu entscheiden. Wir haben uns Mühe gegeben, derlei Bewertungen den Zuschauern zu überlassen. Sollten wir dennoch von beiden politischen Seiten Dresche beziehen, haben wir vermutlich etwas richtig gemacht.


DSCHERMENI wird vom 27. bis zum 29. November an drei Abenden hintereinander im KIKA gezeigt, in drei Doppelfolgen (á 50 Minuten) jeweils ab 20.10 Uhr.

Aktuelles zu Dschermeni gibt es bei Facebook. 

Freitag, 1. September 2017

Herbstzeitlese

Hier die Daten zur kleinen Tour im Herbst, die ich mit dem Weihnachts-Rico unternehme. Das wird nett!  Glaube ich jedenfalls. Die Links führen zu näheren Infos, einige auch zum Kartenvorverkauf. Mann, Mann, Mann ... sieht sich! 


Sonntag, 15.10. Frankfurt: Lesezelt Buchmesse um 12 Uhr

Freitag, 3.11. Hamburg: Altonaer Theater um 16 Uhr
Samstag, 4.11. Lüneburg: Museum Lüneburg um 11 Uhr

Samstag, 4.11. Braunschweig: Literaturnacht (Lesung: Anders)
Sonntag, 5.11. Münster: Schlosstheater um 15 Uhr
Montag, 6.11. Solingen: Alter Bahnhof um 18 Uhr
Dienstag, 7.11. Köln: Literaturhaus Köln um 16 Uhr

Sonntag, 12.11. Berlin: Nürtingen Grundschule um 11 Uhr 

(öffentliche Veranstaltung!)
Sonntag, 12.11. Berlin: Maschinenhaus Kulturbrauerei um 15 Uhr
Montag, 13.11. Göttingen: Junges Theater um 16:30 Uhr
Dienstag, 14.11. Regensburg: Leerer Beutel um 18 Uhr
Mittwoch, 15.11. Tübingen: Museum (Obere Säle) um 17 Uhr
Donnerstag, 16.11. Stuttgart: Kino Metropol um 16.30 Uhr
Freitag, 17.11. Freiburg: Literaturhaus Freiburg um 17 Uhr
Samstag, 18.11. München: Gasteig (Kl. Konzertsaal) um 15 Uhr
Sonntag, 19.11. München: Münchner Volkshochschule um 11 Uhr

Freitag, 24.11. Dresden: Zentralbibliothek Schloßstr. 2 um 17 Uhr

Dann eine Abwechslung: Am Samstag, 25.11. feiert Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch im tjg Dresden seine Theaterpremiere. Da werde ich anwesend sein und freue mich auf die Inszenierung durch Jan Gehler. Von dem habe ich seinerzeit Tschick gesehen und fand es ganz großartig umgesetzt!

Mittwoch, 6.12. Marburg: Lesezeichen (im KFZ) um 15 Uhr
Mittwoch, 13.12. Frankfurt: Literaturhaus um 16.30 Uhr 
Donnerstag, 14.12. Biedenkopf: LTS, Aula um 17 Uhr